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Aktuell

30.05.2021

Nachhaltigkeit im Gewerbe- und Industriebau: Die Mischung macht´s!

Ein neuer Gewerbebau muss vieles können. Er soll Ansprüche an flexible Nutzung, Ästhetik und eine gute ökologische Balance haben und dabei bezahlbar bleiben. Worauf kommt es in der Planung noch an?

Das neue Headquarter von Kranz Live in der Freiburger Haid.

Bei der Planung von Gewerbebauten gilt: auf die Summe der verschiedenen Aspekte kommt es an. Neben der Funktionserfüllung und der Berücksichtigung eines optimalen Workflows geht es um Ästhetik, Ökologie und Reduzierung des Ressourcenverbrauches. Es braucht aber auch emotionale Qualitäten, die vor allen Dingen durch Materialität und den richtigen Einsatz architektonischer Mittel entstehen. Bei allem darf man die Wirtschaftlichkeit nicht vergessen: am Ende geht es bei jedem Gewerbeprojekt um einen annehmbaren, günstigen Gesamtpreis!

 

Kaum ein Begriff wird inflationärer eingesetzt als das Wort Nachhaltigkeit. Im Grunde fasst man darunter alle Aspekte zusammen, die zum Gelingen eines Bauprojektes erforderlich sind. Zentrales Element dabei ist die ökologische Qualität. Es hat lange gedauert, bis unsere Gesellschaft verstanden hat, dass wir Gebäude im Einklang mit unserer Umwelt planen müssen. Diese Erkenntnis wird in der Zukunft weiter an Bedeutung zunehmen, ansonsten sind die ambitionierten Klimaziele, welche die Europäische Union und andere wichtige Staaten sinnvoller Weise beschlossen haben, niemals zu erreichen.

 

Der Blick zurück zeigt, dass sich in den letzten Jahrzehnten schon sehr viel getan hat. Am besten kann ich das an einem Beispiel erklären. Als wir am 01. Mai 2000 die Zukunftsfabrik der Wasserkraft Volk AG in Betrieb genommen haben, war das Thema Nachhaltigkeit noch ein Begriff aus der forstwirtschaftlichen Retorte. Ökologisch ausbalancierte Baukonzepte wurden in dieser Zeit nicht sehr ernstgenommen. Mit Grundwasserwärmepumpen heizen und kühlen konnten sich selbst erfahrene Ingenieure nicht vorstellen, geschweige denn Auftraggeber. Ein Industriebau aus Holz galt damals als spinnerte Idee von gedankenverirrten Ökofundamentalisten.

 

Heute sind diese Dinge mehr oder weniger Standard. Die spannende Frage ist, welche Veränderung die Zukunft bringen wird. Eines ist bereits jetzt schon sicher: durch die Bewertung des CO2-Verbrauches wird die Langlebigkeit von Gebäuden ein zentraler Faktor für die ökologische Evaluierung von Gebäuden werden. Dies bedeutet, dass Industriebauten viel flexibler sein müssen als bisher, um länger genutzt werden zu können. Die Wertigkeit der Bauten wird dadurch vermehrt in den Vordergrund rücken, das muss jedoch nicht bedeuten, dass dadurch höhere Kosten entstehen.

 

Außerdem wird die gestalterische Qualität ein zentraler Faktor sein. Die Erfahrung zeigt, dass die Gesellschaft bei der Entwicklung neuer Baugebiete, insbesondere auch bei gewerblich genutzten Flächen mitreden will. Das ist eine Chance für Architekten und Unternehmen, denen Gestaltung und Ökologie wichtig sind. Meine Prognose: Die Zeit der gesichtslosen, banalen und ressourcenverschwendenden Blechhallen neigt sich dem Ende entgegen.

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