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Aktuell

14.03.2020

Kooperieren und kalkulieren

In Klaus‘ neustem Beitrag für das Netzwerk Südbaden geht es um die Bautec 2020 in Berlin und die bald erscheinende Lektüre „Geht doch - ein Buch über bezahlbares Wohnen“.

Das Buch ist ein Familienprojekt von Klaus Wehrle und seinen Kindern Hannah und Jonas.

Nirgendwo kommen Politik und Bauwesen sich in einer vergleichbaren Größenordnung so nah wie alle zwei Jahre bei der Berliner Messe „Bautec“. Mehr als 30.000 Besucher haben sich auch diesen Februar wieder mit dem Bauen der Zukunft, Nachhaltigkeit und Kooperation, aber eben auch der wirtschaftlichen Seite davon beschäftigt.

 

Ich hatte die schöne Aufgabe, dort über partnerschaftliches Bauen im Bauteam zu referieren. Nach über 25 Jahren Erfahrung mit diesem gelungenen Modell wollte ich zeigen, wie sich Kosteneinsparpotenziale bis zu 35 Prozent im Vergleich mit konventionellen Modellen erzielen lassen. Vor allem: ohne Abstriche bei der Qualität hinnehmen zu müssen.

 

Ein wenig ist es mein Lebensthema als Architekt geworden, in Kommissionen auf Landes- und Bundesebene war und bin ich damit beschäftigt, aber auch mein kommenden Monat erscheinendes Buch „Geht doch!“ nimmt es in vielen Beispielen zum Thema. Wobei es vieles gibt, was es nicht eben leichtgängiger macht.

 

Die immer stärker werdenden Auflagen habe ich hier schon oft zum Thema gemacht. Inzwischen sind auch die Konzentrationsprozesse der Baufirmen nicht unproblematisch – die Lose bei Ausschreibungen und Wettbewerben werden immer größer und erschweren für kleine Betriebe die Teilnahme. Die Preise gehen durch weniger Marktteilnehmer nicht runter, im Gegenteil.

 

Wir brauchen wie überall den Mittelstand rund um die Baubranche. Und es braucht auch kleinere Architekturbüros, die sich mit vernünftiger Kostenplanung auseinandersetzen, selbst wenn das nicht immer sexy und kreativ ist. Bei uns gibt es hierfür eine eigene Abteilung, in der gelernte Wirtschaftsingenieure und Zimmermänner gemeinsam planen.

 

Im Bauteam – wir verstehen das als eine moderiert-geführte Art der Bauhütte – ist man ohne diese Kalkulations-Fähigkeit als rein gestaltend tätiger Architekt unterwegs wie ein Wattwanderer ohne Richtung.

 

Bei der Messe war dieses Jahr Norwegen das Partnerland, weil es in Sachen Nachhaltigkeit dort starke Beispiele gibt. Auch die Digitalisierung war omnipräsent. Tatsächlich hilft sie uns bei der Planung, auch wenn es um die Kosten geht. Aber, auch das gehört zu meinem Credo als Architekt: Erfahrung lässt sich nicht digitalisieren.

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