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Aktuell

01.09.2020

Gewerbe- und Industriebau – ist Funktion alles?

Klaus Wehrle's neue Kolumne im Wirtschaftsmagazin Netzwerk Südbaden handelt von Gewerbe- und Industriegebäuden

Hier zu sehen: Das Werk II der Firma AHP Merkle in Gottenheim.

Die regionalen, mittelständischen Unternehmen haben eine zentrale Bedeutung für unsere Wirtschaft und Gesellschaft, deswegen werde ich in den nächsten Kolumnen das Thema gewerbliches Bauen in den Fokus nehmen.

 

Keine Frage, ein neues Gewerbeprojekt muss in erster Linie die Wertschöpfung eines Unternehmens steigern.  Dabei ist es sinnvoll die Betriebsabläufe vor der Durchführung einer Baumaßnahme zu analysieren und im neuen Gebäudekonzept optimiert umzusetzen. Die Zusammenarbeit mit Experten in der Sparte Lean Management ist deswegen notwendig und für jedes Projekt zu empfehlen. Wenn man diese im Unternehmen hat, dann umso besser. Erfahrungsgemäß sorgt dazu der fachliche Rat von externen Spezialisten für neue Impulse. Dieser betriebliche Optimierungsprozess sollte im Vorfeld jeder Baumaßnahme durchgeführt werden, nur so erhält man nach meiner Erfahrung eine zukunftsfähige Basis für innovative Gebäude.

 

Gerade im produzierenden Gewerbe ist der Workflow die entscheidende Größe. Vom Materialeingang, den verschiedenen Produktionsschritten, den Lagerflächen bis hin zum Warenabtransport müssen die einzelnen Bearbeitungsabläufe genau überlegt und miteinander verknüpft werden. Dieser Prozess verläuft iterativ und nähert sich in verschiedenen Arbeitsrunden einem optimierten Ergebnis an. Man braucht dafür genügend Zeit und die Möglichkeit, gedanklich flexibel zu sein, um gegebenenfalls auch alternative Ansätze durchspielen zu können, oder gar neue, bisher noch nicht verfolgte Lösungswege zu überprüfen.

 

Die Ergebnisse sind oft überraschend und vermitteln uns Dienstleistern zusätzlich genau, wie unsere Kunden denken und was diese wirklich brauchen. Parallel zu diesen betrieblichen Überlegungen entwickelt man als Planer ein architektonisch abgestimmtes Konzept für die funktionalen Anforderungen. Dabei ist das Architektendogma form follows function aktueller denn je. Das Planungskonzept muss jedoch auch eine flexible Nutzung des Gebäudes ermöglichen, um Raum für Veränderungen im Betriebsablauf zu schaffen. Nicht selten werden durch neue Produktlinien die betrieblichen Abläufe aktualisiert, darauf sollte man vorbereitet sein. Ein zu starres Konzept ist hier im Wortsinn kontraproduktiv.

 

Um die in der Überschrift aufgeworfene Frage zu beantworten, Funktion ist natürlich nicht alles. Sie steht jedoch am Anfang aller Überlegungen und ist die Grundlage für eine bessere Wertschöpfung in Unternehmen. Um es klar zu sagen: ohne Erwartung in eine positive Unternehmensentwicklung macht die Investition in Gebäude wenig Sinn. Selbstverständlich spielen weitere Faktoren auch eine große Rolle: wie die Zufriedenheit der Mitarbeiter, Wirtschaftlichkeit, ökologische Aspekte oder die Präsentation des Unternehmens in der Öffentlichkeit. Mit diesen Themen werde ich mich in den kommenden Kolumnen beschäftigen.

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